Fundstück…

logo_foodwatchHallo und guten Tag, 

es soll ein neues Siegel im Supermarkt geben: Agrarminister Christian Schmidt hat gestern sein „Tierwohl“-Siegel vorgestellt.

Mit der neuen, staatlichen Kennzeichnung sollen wir Verbraucherinnen und Verbraucher beim Kauf von Fleisch erkennen können, wenn die Tiere unter besseren Bedingungen gehalten wurden. Also zum Beispiel, ob die Tiere etwas mehr Auslauf haben, ob es Stroh am Boden oder Spielmöglichkeiten gibt. Experten schätzen, dass ca. 20 Prozent aller Tierprodukte mit dem Label ausgezeichnet werden könnten.

Das klingt doch richtig gut, oder?

Wir bei foodwatch meinen: Nein! Denn die Verwendung des Siegels ist rein freiwillig. Landwirte können selbst entscheiden, ob sie mitmachen. Für die allermeisten Nutztiere ändert sich also ÜBERHAUPT NICHTS. Selbst wenn irgendwann mal tatsächlich 20 Prozent des Schweine-Fleischs im Supermarkt das Siegel tragen, wird es dadurch zwar einigen Tieren ein bisschen besser gehen – für die allermeisten aber akzeptiert die Bundesregierung weiterhin teilweise unerträgliche Bedingungen. Dabei hatte Minister Schmidts eigener „Wissenschaftliche Beirat für Agrarpolitik“ im März 2015 in einem umfangreichen Gutachten geurteilt, dass die Nutztierhaltung hierzulande „nicht zukunftsfähig“ ist. Es gebe „erhebliche Defizite vor allem im Bereich Tierschutz, aber auch im Umweltschutz“, es seien „tiefgreifende Änderungen“ nötig.

„Tiefgreifende Änderungen“ sehen anders aus als Minister Schmidts lauwarmes, noch dazu freiwilliges Siegel! Statt sofort die teils schwerwiegenden Gesundheitsmängel bei hunderttausenden von Nutztieren in Angriff zu nehmen und parallel dazu die formalen Anforderungen an die Tierhaltung schrittweise zu verbessern, wälzt Herr Schmidt die Verantwortung auf uns Verbraucherinnen und Verbraucher ab.

Wir können den Bundesminister so billig nicht davon kommen lassen! Denn wir schulden ALLEN Nutztieren ein würdevolles Leben, ohne vermeidbare Schmerzen und Krankheiten. Deshalb fordert foodwatch eine echte Tierhaltungswende, damit es ALLEN Nutztieren besser geht. Unser Ziel ist, dass schnellstmöglich kein Tierprodukt mehr in den Handel kommen darf, das nicht nachweislich tiergerecht erzeugt wurde! Und zwar nicht nur Fleisch, sondern auch Käse, Joghurt, Milch, Kekse, Eiscreme – alles, was tierische Zutaten enthält. Deshalb brauchen wir tierschutzgerechte Nutztierhaltung und gesetzliche Zielvorgaben für die Gesundheit aller Nutztiere!

Unterstützen Sie unsere Forderung und unterzeichnen Sie jetzt hier unsere Protestaktion an Landwirtschaftsminister Christian Schmidt:

www.tierhaltungswende.de

Wenn Christian Schmidt ehrlich wäre, müsste er neben seinem „Tierwohl“-Siegel für 20 Prozent der Produkte noch ein anderes Kennzeichen für die restlichen 80 Prozent vorstellen: ein Siegel „Tierleid – staatlich geduldet“. Wir haben auf einer Pressekonferenz in Berlin ein solches ehrliches „Tierleid“-Siegel vorgestellt – inklusive eines lebensgroßen Pappaufstellers von Agrarminister Christian Schmidt…

Man muss es so klar sagen: Das „Tierwohl“-Siegel von Agrarminister Schmidt bedeutet nichts anderes, als dass der Staat weiterhin millionenfach vermeidbare Krankheiten, Schmerzen und Leiden für einen Großteil der Tiere duldet. Dabei steht Tierschutz sogar in unserer Verfassung: Artikel 20a des Grundgesetzes verpflichtet den Staat dazu, tiergerechte Zustände für jedes einzelne Tier zu erreichen.

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Ein Gedanke zu “Fundstück…

Schön das du da bist und Danke, dass du ein paar deiner Gedanken hier lässt..........noch einen wundervollen Tag♥

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